Wie es mich nervt! Mein Vater und ebenso meine Geschwister äußern sich negativ zum geplanten Besuch meiner Freundin! Weil sie sich nicht so verhält wie sie es sich wünschen. Natürlich gibt es einige Punkte an ihr, die recht kompliziert sind und vieles ist unverständlich, gar eigenartig, aber gibt dies das Recht vernichtend zu urteilen? Weshalb kann man einen Menschen nicht einfach akzeptieren und wenn nötig, so direkt darauf ansprechen? Weshalb Scham, weshalb Versteckspiel, wo doch Direktheit leben könnte? Es hängt mir immer mehr zum Halse heraus, alle Welt glaubt es müsse so oder so sein, nach diesem Muster laufen oder jenem Plan folgen, das Leben in völliger Verantwortungslosigkeit, „es ist nun mal so“, so in dieser Art. Aber wir entscheiden uns einen Weg zu beschreiten, egal wie sehr er uns auch aufgedrängt werden mag, wir allein sind es und egal wie argumentiert werden mag, wir sind es die ja sagen, als eigenständige Person die zwischen Körper und Geist nicht unterscheidet. Weder sind wir einem Joch unterworfen, noch können wir über einen freien Willen gebieten – wir sind ganz anders, nämlich menschlich einzigartig.
Dies ist mein immerfestes Dogma, der Mensch ist Freiheit und egal wie seine Geschichte verläuft, er handelt, manchmal weil er handeln muss, manchmal weil er frei entscheiden kann. Hierbei ist der Begriff einer Freiheit oder eines gebundenen Schicksals völlig obsolet, denn wir sind es, nur wir, Menschen aus Fleisch und Blut, die Leben. Die Reaktion meines Körpers ist mein freier Wille und die Reaktion derselbst ist nichts anderes als ich selbst. Wir müssen völlig umdenken, wenn wir der Wahrheit des Menschen ein Stück weit näher kommen wollen, wir müssen erkennen, dass unser Handeln verantwortet werden muss, dies aber nicht vor einer metaphysischen Macht sondern vor uns allein. Der Mensch muss endgültig erkennen, dass er selbst sich eine Welt erschafft, in welcher weder Gott noch Mutter Gaia ihren Platz finden. Die menschliche Freiheit betrifft ihn, ganz allein.
Was ich mir wünsche ist endlich losgelöst von Ängsten und Sorgen in die aufgehende Sonne zu blicken, und so will ich mich entledigen der Bremsen und Fesseln, sie sprengen und meine Freiheit zurückerlangen. Das Dasein allein soll mein Maßstab sein.